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Die Kernfrage: CPU oder GPU-Encoding?

OBS Studio: Die Balance zwischen Leistung und Qualität für deinen Stream

Als Streamer stehst du ständig vor der Frage: Wie bekomme ich die bestmögliche Bildqualität hin, ohne dass mein PC während des Livestreams ins Schwitzen gerät? Die richtigen OBS Studio-Einstellungen sind hier der Schlüssel. Es geht nicht darum, jede einzelne Option zu verstehen, sondern die paar Stellschrauben zu kennen, die den größten Unterschied machen.

Die Kernfrage: CPU oder GPU-Encoding?

Die wichtigste Entscheidung, die du treffen musst, betrifft die Auslastung deines Systems. OBS Studio kann die Videokompression entweder durch deine CPU (Prozessor) oder deine GPU (Grafikkarte) durchführen lassen. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, und die Wahl hängt stark von deiner Hardware ab.

CPU-Encoding (x264)

Wenn du dich für die CPU entscheidest, nutzt OBS den x264-Encoder. Dies ist oft die Methode der Wahl, wenn deine Grafikkarte nicht die allerneueste ist oder wenn du Wert auf maximale Kompatibilität legst. Der Nachteil: x264 ist sehr ressourcenhungrig. Je höher die Qualitätseinstellungen, desto mehr CPU-Leistung wird benötigt. Das kann schnell dazu führen, dass dein Spiel anfängt zu ruckeln, wenn deine CPU bereits stark ausgelastet ist.

Vorteil: Potenziell bessere Bildqualität bei gleicher Bitrate, da x264 als sehr effizient gilt.

Nachteil: Hohe CPU-Auslastung, kann Spieleleistung beeinträchtigen, erfordert leistungsstarke CPUs.

GPU-Encoding (NVENC / AMD VCE/AMF)

Moderne Grafikkarten verfügen über dedizierte Hardware-Encoder (bei NVIDIA NVENC, bei AMD VCE/AMF). Diese Encoder sind speziell für die Videokompression entwickelt worden und entlasten deine CPU erheblich. Das bedeutet oft, dass du kaum oder gar keinen Leistungseinbruch in deinen Spielen bemerkst. Die Bildqualität hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und ist für die meisten Streaming-Zwecke absolut ausreichend.

Vorteil: Deutlich geringere CPU-Auslastung, kaum Einfluss auf die Spieleleistung, ideal für Systeme mit schwächerer CPU.

Nachteil: Kann bei sehr niedrigen Bitraten oder älteren Karten etwas hinter x264 zurückbleiben, erfordert eine kompatible Grafikkarte.

Empfehlung: Für die meisten neuen und mittelalten Gaming-PCs ist die GPU-Beschleunigung (NVENC oder AMD VCE/AMF) die bessere Wahl. Sie bietet die beste Balance zwischen Qualität und Leistung.

Praktisches Beispiel: Der Spiele-Streamer

Stell dir vor, du streamst ein aktuelles AAA-Spiel, das deine CPU und GPU bereits zu 80-90% auslastet. Wenn du nun versuchst, x264 in OBS auf "veryfast" oder "faster" zu stellen, um die CPU zu entlasten, wirst du wahrscheinlich merken, dass dein Spiel anfängt zu stocken. Die CPU hat einfach nicht genug Reserven, um sowohl das Spiel flüssig darzustellen als auch das Video zu kodieren. Wechselst du stattdessen zum NVENC-Encoder deiner NVIDIA-Grafikkarte, wird die zusätzliche Last für die Videokompression auf die GPU verteilt, die dafür optimiert ist. Das Ergebnis: Dein Spiel läuft weiterhin flüssig, und dein Stream sieht trotzdem gut aus. Die GPU-Auslastung mag zwar auf 95% steigen, aber da die Spielgrafik und das Encoding parallel laufen, ist der Effekt auf die Framerate oft minimaler als bei einer überlasteten CPU.

Die wichtigsten OBS-Einstellungen im Detail (mit Fokus auf GPU-Encoding)

Öffne in OBS Studio unter Einstellungen -> Ausgabe. Wähle als Ausgabemodus Erweitert und gehe zum Reiter Streaming.

Encoder-Einstellungen

  • Encoder: Wähle hier deine GPU-Hardware aus (z.B. "NVIDIA NVENC H.264" oder "AMD VCE/AMF H.264").
  • Rate Control: Für die meisten Plattformen wie Twitch ist CBR (Constant Bitrate) die beste Wahl.
  • Bitrate: Dies ist entscheidend für die Qualität. Für 1080p bei 60fps sind 6000-8000 Kbit/s ein guter Ausgangspunkt. Auf Twitch sind 8000 Kbit/s das Maximum für die meisten Nutzer. Höher ist nicht unbedingt besser, wenn deine Internetverbindung nicht mithält.
  • Keyframe-Intervall: Setze dies auf 2 Sekunden.
  • Voreinstellung (Preset): Hier kannst du die Balance zwischen Qualität und Auslastung deiner GPU feintunen. Beginne mit "Qualität" oder "Max. Qualität". Wenn du Leistungsprobleme hast, probiere "Schneller".
  • Profil: Auf "high" setzen.
  • Look-ahead und Psycho-Visual Tuning (NVENC): Aktiviere beides, wenn verfügbar. Sie verbessern die Bildqualität, erhöhen aber leicht die GPU-Auslastung.

Video-Einstellungen

Gehe zu Einstellungen -> Video.

  • Basis (Leinwand) Auflösung: Dies ist die Auflösung deines Desktops oder Spiels. Stelle sie auf die native Auflösung deines Monitors ein (z.B. 1920x1080).
  • Ausgabe (Skalierte) Auflösung: Dies ist die Auflösung, in der dein Stream gesendet wird. Für 1080p, wähle 1920x1080. Für 720p, wähle 1280x720. Skalierung verbraucht zusätzliche Ressourcen. Wenn du von 1440p auf 1080p skalierst, ist das anspruchsvoller als von 1080p auf 1080p.
  • Skalierungsfilter: Wenn du skalierst (z.B. von 1440p auf 1080p), wähle "Lanczos" (geschärft, 36 Abtastungen). Er ist ressourcenhungriger als "Bikubisch", liefert aber schärfere Ergebnisse. Wenn du direkt auf 1080p streamst, ist der Filter weniger kritisch.
  • Ganzzahlige FPS-Werte: Wähle 60, wenn dein PC und deine Internetverbindung es zulassen. 30 ist eine gute Alternative, wenn du Leistung sparen musst.

Community Pulse: Die ewige Suche nach dem Sweet Spot

In vielen Creator-Diskussionen dreht sich die Debatte um die "perfekten" OBS-Einstellungen. Ein wiederkehrendes Thema ist die Frustration über Ruckler oder verpixelte Streams, oft verursacht durch zu aggressive Skalierung oder eine überforderte CPU. Viele sind sich einig, dass der Umstieg auf GPU-Encoding eine Offenbarung war, aber auch hier gibt es Fragen: "Welcher Preset-Wert ist wirklich der beste?", "Verliere ich wirklich Qualität, wenn ich auf 'Schneller' wechsle?". Die Community sucht nach klaren Empfehlungen, die aber oft durch die individuellen Systemkonfigurationen und Internetleitungen relativiert werden müssen. Es gibt keine Einheitslösung, aber die Tendenz geht klar in Richtung GPU-Auslastung.

Community Pulse: Überprüfung und Anpassung

Streaming-Setups entwickeln sich weiter. Neue Spiele, Software-Updates oder sogar Hardware-Änderungen können deine OBS-Einstellungen beeinflussen. Es ist ratsam, deine Konfiguration regelmäßig zu überprüfen:

  • Nach größeren Updates: Sowohl für dein Spiel als auch für OBS Studio. Manchmal ändern sich Codecs oder deren Implementierung.
  • Bei neuen Spielen: Teste, wie sich die Auslastung verhält. Hohe grafische Anforderungen im Spiel können dich zwingen, die OBS-Einstellungen zu reduzieren.
  • Performance-Tests: Nutze die Aufnahmefunktion von OBS, um ohne den Druck eines Live-Streams zu testen. Spiele dein Spiel auf und schaue dir die Aufnahme an. Gibt es Ruckler? Sieht das Bild gut aus?
  • Internet-Stabilität: Überwache deine Upload-Geschwindigkeit. Schwankungen können zu Paketverlusten führen, was die Bildqualität trotz guter Encoder-Einstellungen verschlechtert.

Ein guter Richtwert ist, dass deine CPU- oder GPU-Auslastung während des Streams idealerweise nicht konstant über 90% liegen sollte. Wenn doch, ist es Zeit, die OBS-Einstellungen zu optimieren.

Was du als Nächstes überprüfen solltest

Nachdem du diese grundlegenden Einstellungen vorgenommen hast, solltest du dir die Ausgabe-Details für deinen verwendeten Encoder genauer ansehen. Speziell bei NVENC gibt es oft weitere Optionen wie "Variabler Bitrate" (VBR) oder "Konstanter Bitrate" (CBR). Während CBR die stabilere Wahl für Twitch ist, kann VBR bei guter Internetverbindung etwas effizienter sein, indem es Bitraten dort erhöht, wo mehr Details benötigt werden, und sie senkt, wo wenig passiert. Probiere hier vorsichtig herum, aber behalte CBR als sichere Bank im Hinterkopf.

2026-04-28

About the author

StreamHub Editorial Team — practicing streamers and editors focused on Kick/Twitch growth, OBS setup, and monetization. Contact: Telegram.

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